Umstellung auf E-Rechnung: 10 praktische Tipps für einen reibungslosen Start

Die Umstellung auf E-Rechnung muss nicht kompliziert sein. Mit unseren 10 Tipps gelingt der Einstieg in die elektronische Rechnungsstellung problemlos.

11.02.2027

Die E-Rechnung ist seit Anfang 2025 für viele Unternehmen Pflicht. Wer noch nicht umgestellt hat, sollte sich beeilen – nicht aus Panik, sondern weil die Umstellung leichter ist als gedacht. Diese zehn Tipps fassen das zusammen, was sich in der Praxis bewährt hat.

Tipp 1: Erst Eingang, dann Ausgang

Empfangen muss heute jedes Unternehmen können – auch Kleinunternehmer und Freiberufler. Klären Sie zuerst, wie eingehende E-Rechnungen verarbeitet werden, bevor Sie sich um den Versand kümmern. Mehr in E-Rechnung empfangen.

Tipp 2: Den richtigen Standard wählen

XRechnung oder ZUGFeRD? Faustregel:

EmpfängerEmpfehlung
BehördenXRechnung
Unternehmen mit SoftwareXRechnung oder ZUGFeRD
Unternehmen ohne IT-AnbindungZUGFeRD (PDF + XML)

Mehr in XRechnung vs. ZUGFeRD.

Tipp 3: Die Buchhaltungssoftware prüfen

Fast alle gängigen Lösungen unterstützen E-Rechnungen. Trotzdem lohnt sich ein Blick:

  • Welche Standards werden unterstützt?
  • Können Eingangsrechnungen importiert werden?
  • Welche Schnittstellen gibt es zum Steuerberater?

Wenn die aktuelle Software nicht mitkommt: Wechseln ist aufwendig, aber langfristig billiger als Workarounds. Mehr in Tool online.

Tipp 4: Stammdaten aufräumen

Vor jeder Umstellung: Lieferanten und Kunden prüfen.

  • USt-IdNr. korrekt?
  • Adressen aktuell?
  • Leitweg-IDs für Behörden hinterlegt?
  • Bankverbindungen aktuell?

Schlechte Stammdaten machen jedes neue System langsam. Mehr in Leitweg-ID und Bankverbindung.

Tipp 5: Pflichtangaben kennen

Die Pflichtfelder einer E-Rechnung sind nicht neu, müssen aber maschinenlesbar abgelegt sein. Eine kurze Checkliste hängt in jeder Buchhaltung gut. Mehr in Pflichtfelder XRechnung.

Tipp 6: Mit echten Rechnungen testen

Bevor Sie Live gehen: Verschicken Sie sich selbst eine E-Rechnung und prüfen Sie, ob alles ankommt. Validieren Sie die XML mit einem Online-Tool. Mehr in Validieren und Validator online.

Tipp 7: Klare Eingangswege definieren

Definieren Sie genau ein Postfach für eingehende Rechnungen, etwa [email protected]. Eingehende E-Rechnungen werden dort gesammelt, validiert und an die Buchhaltung weitergegeben. Mehr in Zentraler Rechnungseingang.

Tipp 8: Lieferanten und Kunden informieren

Eine kurze E-Mail an Geschäftspartner spart später Anrufe:

Ab dem 1. März 2027 versenden wir alle Rechnungen ausschließlich als XRechnung im XML-Format. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie elektronische Rechnungen empfangen können.

Mehr in Einwilligung Empfänger.

Tipp 9: Papier abschalten – mit Stichtag

Ohne Stichtag bleiben hybride Prozesse für immer. Setzen Sie ein klares Datum: „Ab dem X versenden wir keine Papierrechnungen mehr." Mehr in Papierrechnung ablösen.

Tipp 10: Steuerberater einbeziehen

Ihr Steuerberater muss am Ende mit den Daten arbeiten. Klären Sie, welches Format und welche Schnittstelle er braucht. Mehr in E-Rechnung Steuerberater.

Bonus: Mitarbeiter mitnehmen

Eine kurze Schulung (30 bis 60 Minuten) deckt 90 % der typischen Fragen ab:

  • Wie sehen E-Rechnungen aus?
  • Wo werden sie abgelegt?
  • Was tun bei Fehlern?
  • Wie geht der Workflow weiter?

Wer das Team einbindet, vermeidet Widerstand und Gerüchte.

Häufige Fehler bei der Umstellung

  • Zu spät gestartet, dann unter Zeitdruck Kompromisse.
  • Software ohne Eingangs-Modul gewählt.
  • Stammdaten erst nachträglich gepflegt.
  • Übergang ohne klare Kommunikation an Kunden und Lieferanten.
  • Aufbewahrung nicht gleich mitgedacht.

Mehr in Häufige Fehler.

Zeitplan: 8 Wochen reichen

WocheAufgabe
1–2Bedarf und Software prüfen
3Stammdaten aufräumen
4Schnittstellen einrichten
5Testlauf intern
6Pilotkunden und -lieferanten
7Mitarbeiter schulen
8Live-Betrieb

Mehr in Checkliste Einführung.

Häufige Fragen

Lohnt sich die Umstellung für 5 Rechnungen pro Monat?

Ja, weil Sie ohnehin empfangen können müssen. Beim Versand reicht ein einfaches Tool oder ein Online-Generator. Siehe XRechnung kostenlos erstellen.

Was kostet die Umstellung?

Im Mittelstand zwischen 2.000 und 20.000 € einmalig. Kleinunternehmer kommen meist mit unter 200 € aus. Mehr in Kosten Investition.

Muss ich Peppol nutzen?

Nein, kein Muss in Deutschland. Empfehlenswert für internationalen Versand und große B2B-Volumina. Siehe Peppol.

Was passiert, wenn ich nicht umstelle?

Sie verlieren ggf. den Vorsteuerabzug bei Eingangsrechnungen und stehen in Haftung gegenüber Kunden. Mehr in Pflicht 2025.

Brauche ich einen externen Berater?

Bei klaren Strukturen nicht. Bei komplexer Software-Landschaft kann es sich lohnen.