XRechnung Pflichtfelder: Alle Angaben, die Ihre Rechnung braucht

Eine gültige XRechnung benötigt zahlreiche Pflichtfelder. Wir listen alle erforderlichen Angaben auf und erklären, was hinter den Feldern steckt.

31.05.2026

Eine XRechnung hat keine freien Felder. Jede Information sitzt an einem fest definierten Platz, jeder Platz hat einen Code (BT für Business Term, BG für Business Group). Diese Strenge wirkt anfangs sperrig, sorgt aber dafür, dass Empfänger weltweit die Daten gleich lesen.

Dieser Beitrag listet alle Pflichtfelder einer XRechnung auf, gruppiert nach logischen Bereichen, und erklärt, wo erfahrungsgemäß die Stolpersteine liegen.

Pflicht aus zwei Quellen

XRechnung folgt der europäischen Norm EN 16931. Auf dieser Basis definiert die Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) zusätzliche deutsche Pflichten. Daraus ergeben sich zwei Ebenen:

  • EN-16931-Pflichtfelder – europaweit gültig
  • XRechnung-Pflichtfelder – zusätzlich für deutsche Rechnungen, vor allem an Behörden

Wir listen beide hier kombiniert auf.

Rechnungskopf

FeldCodeBeschreibung
RechnungsnummerBT-1eindeutig, fortlaufend
RechnungsdatumBT-2Tag der Ausstellung
RechnungsartBT-3Code aus UNTDID 1001, z.B. 380 (Rechnung)
WährungBT-5meist EUR
Leitweg-ID (nur Behörden)BT-10Adressierung im Behördensystem
BestellnummerBT-13bei Behörden Pflicht

Tipp: Ist die Rechnungsnummer einmal vergeben, darf sie nie wieder verwendet werden. Stornorechnungen erhalten eine eigene neue Nummer (siehe Stornorechnung).

Verkäuferdaten (Sie selbst)

FeldCodeBeschreibung
NameBT-27Firmenname laut Handelsregister
AnschriftBG-5Straße, PLZ, Ort, Ländercode
Steuer-IDBT-31Umsatzsteuer-ID, Format DE12345678
KontaktBG-6mindestens E-Mail oder Telefon

Bei Konzernen mit mehreren Marken: Es zählt die juristische Person, nicht die Marke. Tragen Sie immer den Namen ein, der auch im Handelsregister steht.

Käuferdaten (Empfänger)

FeldCodeBeschreibung
NameBT-44Firmenname des Empfängers
AnschriftBG-8Straße, PLZ, Ort, Ländercode
Käufer-ReferenzBT-10identisch mit Leitweg-ID bei Behörden
Steuer-IDBT-48nur bei innergemeinschaftlichen Lieferungen

Bei Behördenkunden ist die Leitweg-ID das wichtigste Feld. Ohne sie wird die Rechnung am Eingang abgewiesen.

Liefer- und Leistungsdaten

FeldCodeBeschreibung
LeistungsdatumBT-72Datum oder Zeitraum der Leistung
LieferortBG-15bei abweichender Lieferadresse

Das Leistungsdatum ist umsatzsteuerlich zentral. Es entscheidet über den Steuersatz und die Periode der Steueranmeldung. Mehr dazu im Beitrag E-Rechnung und Umsatzsteuer.

Zahlungsangaben

FeldCodeBeschreibung
Zahlungsmittel-CodeBT-81z.B. 58 für SEPA-Überweisung
IBANBT-84Konto des Verkäufers
BICBT-86bei internationalen Zahlungen
FälligkeitsdatumBT-9konkretes Datum
ZahlungsbedingungenBT-20Klartext, z.B. "30 Tage netto"

Bei Lastschrift sind zusätzlich Mandatsreferenz und Gläubiger-ID erforderlich.

Steuerangaben

Pro Steuersatz wird eine Steuergruppe (BG-23) angelegt:

  • BT-116: zu versteuernder Betrag
  • BT-117: Steuerbetrag
  • BT-118: Steuerkategorie (S = Standardsatz, Z = Nullsatz, E = befreit, K = innergemeinschaftlich)
  • BT-119: Steuersatz in Prozent
  • BT-120: Begründung bei Befreiung

Bei mehreren Steuersätzen entstehen mehrere Steuergruppen. Beispiel: 19 % auf Beratungsleistung und 7 % auf einen mitverkauften Buchsatz – zwei BG-23-Blöcke.

Summenfelder

FeldCodeBeschreibung
Nettosumme aller PositionenBT-106ohne Steuer, ohne Zu-/Abschläge
Zu-/Abschläge auf DokumentebeneBT-107/108Skonti, Rabatte
Zu versteuernder BetragBT-109Basis für die Steuerberechnung
Steuerbetrag gesamtBT-110Summe aus allen Steuergruppen
BruttosummeBT-112Netto + Steuer
Bereits gezahltBT-113bei Anzahlungen
Zu zahlender BetragBT-115offener Restbetrag

Diese Beträge müssen rechnerisch zusammenpassen. Differenzen, auch im Cent-Bereich, führen zur Ablehnung.

Positionen (BG-25, mindestens eine)

Jede Position braucht:

  • BT-126: laufende Nummer
  • BT-127: Beschreibung
  • BT-129: Menge
  • BT-130: Mengeneinheit (Codeliste UN/ECE Recommendation 20, z.B. H87 für Stück)
  • BT-131: Nettobetrag der Position
  • BT-146: Einzelpreis netto
  • BT-151: Steuerkategorie
  • BT-152: Steuersatz

Optional, aber häufig sinnvoll:

  • BT-128: Artikelnummer/Verkäuferreferenz
  • BT-149/150: Mengenstaffel-Preise
  • BT-153: Klassifikation (z.B. UNSPSC)

Verweise und Anhänge

XRechnung erlaubt das Anhängen weiterer Dokumente, sofern sie als BG-24 referenziert werden. Erlaubt sind PDF, PNG, JPG, CSV, XLSX, ODS, ODT. Andere Formate werden abgelehnt.

Ein häufiger Wunsch ist es, die Originalrechnung als PDF anzuhängen. Das ist möglich, ändert aber nichts an der Maßgeblichkeit der XML.

Worauf XRechnung-Validatoren besonders achten

Erfahrungswerte aus der Praxis:

  • Pflichtfelder bei Steuerbefreiung: Ohne BT-120 keine gültige Rechnung.
  • Konsistenz von Steuerbetrag und Steuersatz: Wird 19 % deklariert, müssen die Beträge das auch ergeben.
  • Eindeutigkeit der Positionsnummern: keine Lücken, keine Duplikate.
  • Plausibilität der Daten: Rechnungsdatum nicht in der Zukunft, Leistungsdatum nicht vor 1990.

Die KoSIT-Schematronregeln sind streng. Das ist ein Vorteil: Wenn Ihre Rechnung dort durchläuft, kommt sie auch beim Empfänger an. Mehr zur Validierung im Beitrag E-Rechnung validieren.

Häufige Fragen

Wie viele Pflichtfelder hat eine XRechnung mindestens?

Etwa 30, je nach Konstellation. Reine B2B-Rechnungen ohne Bestellnummer kommen mit weniger aus, Behördenrechnungen mit Leitweg-ID und Bestellnummer entsprechend mehr.

Sind alle Felder der EN 16931 in der XRechnung Pflicht?

Nein. Die EN definiert eine Obermenge möglicher Felder. Die XRechnung legt fest, welche davon zwingend sind.

Was, wenn ein Pflichtfeld inhaltlich nicht zutrifft?

Manche Felder dürfen leer bleiben, wenn die Bedingung nicht zutrifft (z.B. BIC bei nationalen Überweisungen). Andere haben Standardwerte. Ihr Tool sollte das richtig setzen.

Brauche ich für jeden Empfänger eine eigene XRechnung-Variante?

Nein. Das XRechnung-Format ist standardisiert. Unterschiede bestehen nur in den Empfängerdaten (insbesondere der Leitweg-ID).

Wie sehe ich, welche Pflichtfelder mein Tool unterstützt?

Die meisten Tools dokumentieren die Feldabdeckung. Im Zweifel: Erstellen Sie eine Testrechnung und validieren Sie sie. Fehlt ein Pflichtfeld, meldet der Validator es.