Kosten der E-Rechnungseinführung: Was Unternehmen investieren müssen

Die Einführung der E-Rechnung kostet Zeit und Geld. Wir geben einen realistischen Überblick über die Investitionskosten und den Return on Investment.

01.03.2027

„Wie teuer wird das Ganze?" – die häufigste Frage rund um die E-Rechnung. Pauschale Antworten helfen wenig, weil die Kosten stark von Unternehmensgröße, Software und Prozessen abhängen. Dieser Beitrag liefert realistische Bandbreiten für unterschiedliche Größen und Setups – und zeigt, wann sich was wirklich lohnt.

Drei Kostenblöcke

BlockBeschreibung
SoftwareLizenzen, Module, Schnittstellen
ImplementierungProjektarbeit, Beratung, Tests
Betrieblaufende Lizenzen, Wartung, Support

Dazu kommt der größte versteckte Posten: interne Personalzeit.

Kosten nach Unternehmensgröße

Soloselbstständige und Kleinunternehmer

PostenKosten
Online-Tool oder Lite-Buchhaltung0–10 €/Monat
Implementierung0–200 € einmalig
Schulungnicht nötig
Pflegeminimal

Für viele reicht ein kostenloses Online-Tool. Mehr in XRechnung kostenlos erstellen und Tool online.

Kleinunternehmen (1–10 Mitarbeiter)

PostenKosten
Buchhaltungssoftware mit E-Rechnung15–40 €/Monat
Setup und Stammdatenpflege500–1.500 € einmalig
Schulung Mitarbeiter1–3 Stunden intern
Optional Steuerberater-Integration0–300 € einmalig

Gesamtinvestition: typischerweise 600 bis 2.000 € einmalig.

KMU (10–100 Mitarbeiter)

PostenKosten
ERP- oder Buchhaltungslizenzen80–500 €/Monat
Workflow-Tool für Eingang200–1.500 €/Monat
Implementierung5.000–25.000 € einmalig
Stammdatenkonsolidierung2.000–8.000 € intern
Schulung1.000–3.000 €

Gesamtinvestition: typischerweise 10.000 bis 40.000 € einmalig plus 4.000 bis 25.000 € jährlich.

Mittelstand (100–500 Mitarbeiter)

PostenKosten
ERP-Module und Lizenzen1.000–5.000 €/Monat
Workflow- und DMS-Lizenzen1.000–4.000 €/Monat
Implementierung mit externem Partner25.000–80.000 €
Stammdaten- und Prozessprojekt10.000–25.000 €
Schulung und Change5.000–10.000 €

Gesamtinvestition: 50.000 bis 150.000 € einmalig plus 25.000 bis 100.000 € jährlich.

Großunternehmen

Hier sind individuelle Projekte mit Volumina im sechs- bis siebenstelligen Bereich üblich. Schwerpunkt liegt auf Anbindung an SAP/Oracle und an internationale Standards (Peppol, ViDA-Reporting).

Welche Variante passt für mich?

VolumenEmpfehlung
< 30 Rechnungen/MonatOnline-Tool, manuelle Buchung
30–200Buchhaltungssoftware mit Modul
200–1.000ERP-Modul + ggf. Workflow-Tool
> 1.000ERP + dediziertes Workflow- und Archivsystem

Was kosten Spezialfälle?

Peppol-Anbindung

Anbieterabhängig 50 bis 500 €/Monat plus Setup. Sinnvoll für Großkunden und internationalen Versand. Mehr in Peppol.

Eigenes Mandantenportal

Wenn Sie Rechnungen über ein eigenes Portal anbieten, kommen Entwicklungs- und Hostingkosten von 5.000 bis 50.000 € hinzu.

Revisionssicheres Archiv

Cloud-DMS ab 50 €/Monat. On-Premise ab 8.000 € einmalig plus Wartung. Mehr in Archivierung.

Versteckte Kosten

  • Stammdatenpflege: oft unterschätzt, kostet leicht 20–40 % der Gesamtprojektzeit.
  • Mitarbeiterzeit: 1 bis 2 Tage pro Buchhaltungsmitarbeiter für Schulung und Tests.
  • Lieferantenkommunikation: Anschreiben, Rückfragen, Korrekturen.
  • Doppelphase: Während Roll-out laufen alte und neue Prozesse parallel – das ist der teuerste Zeitraum.

Was spart man?

Erfahrungswerte:

PostenEinsparung pro Beleg
Eingangsbearbeitung4–8 €
Skontoausnutzung2–6 €
Papier, Druck, Porto1–2 €
Archivkosten (Lagerung, Suche)1–2 €

Bei 200 Eingangsrechnungen im Monat sind das schnell 25.000 bis 60.000 € Einsparung pro Jahr. Mehr in Kosten Einsparungen.

Wann ist der ROI?

VolumenTypischer ROI
< 30über 24 Monate (Pflichtinvestition)
30–20012–18 Monate
200–1.0006–12 Monate
> 1.000unter 6 Monate

Förderprogramme

Aktuelle Möglichkeiten:

  • Digital Jetzt des BMWK: bis zu 50.000 € Zuschuss für KMU.
  • Digitalbonus in einigen Bundesländern (Bayern, NRW): 30 bis 50 % Zuschuss.
  • KfW-Förderkredite: zinsgünstige Finanzierung.

Förderprogramme ändern sich regelmäßig – kurzer Check bei der eigenen IHK lohnt sich.

Was tun, wenn das Budget knapp ist?

  1. Mit Eingang starten, Versand später.
  2. Open-Source und kostenlose Tools nutzen (siehe E-Rechnung ohne Buchhaltungssoftware).
  3. Stufenweise einführen.
  4. Kein „großes Projekt" inszenieren – Kleinprojekte sparen Beratungskosten.

Häufige Fragen

Lohnt sich das überhaupt für 5 Rechnungen pro Monat?

Wirtschaftlich nicht, gesetzlich ja. Mit kostenlosen Tools sind die Kosten minimal.

Sind Cloud-Lösungen billiger als On-Premise?

Anfangs ja. Über 5 bis 7 Jahre meist nahezu gleich. Mehr in Cloud-Lösungen.

Bekomme ich Förderung für die Umstellung?

Ja, mehrere Programme. Beste Anlaufstelle: IHK oder Digitalagentur des Landes.

Wie viel Personalzeit sollte ich einplanen?

KMU: 50–150 Personalstunden. Mittelstand: 300–800 Personalstunden.

Was passiert, wenn ich nichts tue?

Sie verlieren ggf. den Vorsteuerabzug bei eingehenden Rechnungen und drohen ab 2028 in Verzug zu geraten. Mehr in Pflicht 2025.