ZUGFeRD-Versionen im Vergleich: 1.0, 2.0, 2.1, 2.2, 2.3 – was Sie nutzen sollten

Welche ZUGFeRD-Version ist aktuell, welche EN-16931-konform und welche reicht für die E-Rechnungspflicht? Versionen, Profile und Praxisempfehlung.

22.06.2026

ZUGFeRD klingt nach einem einzelnen Format. Tatsächlich ist es eine Familie. Es gibt fünf Versionen – und innerhalb jeder Version mehrere Profile mit ganz unterschiedlichem Funktionsumfang. Wer das nicht auseinanderhält, schickt unter Umständen eine Datei los, die offiziell "ZUGFeRD" ist, aber gegen die E-Rechnungspflicht verstößt.

Die Versionen im Überblick

VersionVeröffentlichungEN-16931-konformHeute relevant?
ZUGFeRD 1.02014neinnein – nicht mehr verwenden
ZUGFeRD 2.02018ja (in den Profilen ab BASIC)nein – durch 2.1 ersetzt
ZUGFeRD 2.12020jaja – Mindestversion für die Pflicht
ZUGFeRD 2.22022jaja – kleinere Erweiterungen
ZUGFeRD 2.32024jaja – aktuelle Version

Wenn Sie heute neu starten, nehmen Sie die aktuelle Version 2.3. Wer ältere Software einsetzt, sollte mindestens auf 2.1 sein.

ZUGFeRD 1.0 – warum die Version raus ist

Die erste Version war ein deutscher Alleingang. Sie folgte der EN 16931 nicht – diese Norm gab es 2014 noch gar nicht. Damit ist ZUGFeRD 1.0 für die heutige E-Rechnungspflicht nicht zulässig. Empfänger lehnen Dateien mit der alten Spezifikationskennung ab.

Wer noch Bestandsrechnungen aus dieser Zeit hat, muss sie nicht migrieren – die Aufbewahrung im Originalformat reicht. Aber für den Versand neuer Rechnungen gilt: 1.0 nicht mehr nutzen.

ZUGFeRD 2.0 – kurze Brücke zur EN 16931

Mit Version 2.0 wurde ZUGFeRD an die europäische Norm EN 16931 angepasst. Profile und CII-Schema wurden neu strukturiert. Faktisch wurde 2.0 nur kurz produktiv eingesetzt, weil 2.1 schon nach knapp zwei Jahren erschien. Wer noch Software mit 2.0 hat, kann die Dateien ausgeben – sie sind formal gültig –, sollte aber updaten.

ZUGFeRD 2.1 – die Vereinheitlichung mit Factur-X

Hier wurde es international: Mit 2.1 wurde ZUGFeRD technisch identisch mit dem französischen Format Factur-X. Beide werden seither gemeinsam gepflegt (FeRD und FNFE-MPE). Der Vorteil: Eine ZUGFeRD-2.1-Rechnung kann an französische Empfänger geschickt werden, ohne dass etwas konvertiert werden muss.

Mit 2.1 wurde außerdem das Profil XRECHNUNG eingeführt – ein Profil, das alle deutschen XRechnung-Geschäftsregeln erfüllt. Wer eine ZUGFeRD-Datei mit dem XRECHNUNG-Profil verschickt, kann sie auch an Behörden senden.

ZUGFeRD 2.2 – kleinere Erweiterungen

Version 2.2 brachte Detailverbesserungen: aktualisierte Codelisten, präzisierte Pflichten in den Profilen, Korrekturen an der Schema-Validierung. Im Alltag merkt das ein normaler Nutzer kaum. Wer Software mit 2.2 hat, ist auf der sicheren Seite und muss nicht zwingend auf 2.3 wechseln.

ZUGFeRD 2.3 – Stand heute

Die aktuelle Version 2.3 wurde 2024 veröffentlicht. Sie enthält:

  • aktualisierte Codelisten (UNTDID 1001, 4461, 5189 u. a.)
  • weitere Angleichungen an XRechnung 3.0
  • neue Geschäftsregeln für das Profil EXTENDED
  • erweiterte Möglichkeiten bei Anhängen (BG-24)

Wer eine neue Lösung aufsetzt, sollte 2.3 verwenden. Wer eine 2.1- oder 2.2-Lösung im Einsatz hat, kann ohne Druck planen, denn 2.1 bleibt rechtlich gültig.

Profile sind wichtiger als Versionen

Innerhalb jeder Version ab 2.0 gibt es mehrere Profile. Welches Sie wählen, entscheidet darüber, ob die Datei die deutsche E-Rechnungspflicht erfüllt:

ProfilEN-16931-konformErlaubt für die Pflicht ab 2025/27/28?
MINIMUMneinnein
BASIC WLneinnein
BASICja (eingeschränkt)bedingt – nur für sehr einfache Rechnungen
EN 16931 (Comfort)jaja – die Standardwahl
EXTENDEDja (Erweiterung)ja
XRECHNUNGjaja – auch für Behördenkunden

Die häufigste Falle: Software exportiert standardmäßig das Profil MINIMUM oder BASIC WL. Beide sind nur als Buchungshilfen gedacht und gelten nicht als E-Rechnung im Sinne des § 14 UStG. Mehr in ZUGFeRD-Profile Übersicht.

Wie erkenne ich, welche Version eine Datei hat?

Im PDF-Metadatenblock und in der eingebetteten factur-x.xml steht die Spezifikationskennung. Beispiele:

  • ZUGFeRD 2.1 BASIC: urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:factur-x.eu:1p0:basic
  • ZUGFeRD 2.1 EN 16931: urn:cen.eu:en16931:2017
  • ZUGFeRD 2.1 EXTENDED: urn:cen.eu:en16931:2017#conformant#urn:factur-x.eu:1p0:extended
  • ZUGFeRD 2.1 XRECHNUNG: urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:xoev-de:kosit:standard:xrechnung_3.0

Die Versionsnummern (1p0, 2p0 usw.) verraten zusätzlich die ZUGFeRD-Version. Tools wie unser Validator zeigen die Kennung direkt an.

Welche Version Ihre Software können sollte

Drei Mindestanforderungen für Tools, die Sie 2026 einsetzen:

  1. Mindestens ZUGFeRD 2.1, idealerweise 2.3.
  2. Profil EN 16931 oder XRECHNUNG als Standardausgabe.
  3. Korrekte Spezifikationskennung in der eingebetteten XML.

Wer noch eine Software hat, die nur 1.0 oder 2.0 ausgibt, sollte auf ein Update drängen oder das Tool wechseln. Empfänger werden alte Dateien nicht mehr lange tolerieren.

Häufige Fehler beim Versionswechsel

  • Update der Software, aber Profil bleibt MINIMUM. Versionswechsel hilft nicht, wenn das Profil nicht passt.
  • PDF wird nach dem Erzeugen mit Acrobat bearbeitet. Damit zerstören Sie die PDF/A-3-Konformität.
  • XML manuell editiert. Die Spezifikationskennung passt dann nicht mehr zum tatsächlichen Inhalt.
  • Unterschiedliche Versionen im Stamm und im Workflow. Auch das fällt Validatoren auf.

Häufige Fragen

Muss ich ZUGFeRD 2.3 nutzen oder reicht 2.1?

Reicht 2.1, sofern Profil EN 16931 oder XRECHNUNG. 2.3 ist empfehlenswert für neue Setups.

Welche Version ist Pflicht ab 2025?

Die Pflicht schreibt keine bestimmte Version vor, sondern die Konformität zur EN 16931. Alle ZUGFeRD-Versionen ab 2.1 in den Profilen ab BASIC erfüllen das.

Kann ich Factur-X aus Frankreich verarbeiten?

Ja. Factur-X 1.0 entspricht ZUGFeRD 2.1, 1.07.2 entspricht 2.3. Jede ZUGFeRD-fähige Software liest auch Factur-X.

Wo sehe ich die Versionsnummer in einer empfangenen Datei?

Im XMP-Metadatenblock des PDFs und in der eingebetteten factur-x.xml. Validatoren und Viewer zeigen die Information an.

Welche Version ist die "richtige" für eine XRechnung-Übermittlung?

Wenn Sie ZUGFeRD an eine Behörde senden, brauchen Sie das Profil XRECHNUNG (ab Version 2.1 verfügbar). Reine XRechnung als XML bleibt aber der direktere Weg.