PDF/A-3
Was ist PDF/A-3? Der ISO-Standard für archivierbare PDFs erlaubt das Einbetten von XML-Dateien und ist die technische Basis des ZUGFeRD-Formats.
Was ist PDF/A-3?
PDF/A-3 ist eine Variante des PDF-Formats, die für die Langzeitarchivierung von Dokumenten standardisiert wurde. Sie ist in der ISO 19005-3 spezifiziert und unterscheidet sich von einem normalen PDF dadurch, dass alle zur Darstellung nötigen Informationen (Schriften, Farbprofile, Bilder) eingebettet sind. Die entscheidende Neuerung gegenüber PDF/A-1 und PDF/A-2: PDF/A-3 erlaubt das Einbetten beliebiger Dateiformate, darunter XML.
Genau diese Eigenschaft macht PDF/A-3 zur technischen Grundlage von ZUGFeRD und Factur-X: Das menschenlesbare PDF und die maschinenlesbare XML-Datei sind in einer einzigen Datei verbunden.
Hintergrund
Die PDF/A-Familie wurde entwickelt, um Behörden und Unternehmen ein Format für die revisionssichere Aufbewahrung zu geben. PDF/A-1 (2005) erlaubte keine Anhänge. PDF/A-2 (2011) führte JPEG2000 und Transparenz ein. PDF/A-3 (2012) öffnete das Format für eingebettete Dateien jeder Art – ein Schritt, der zunächst umstritten war, weil eine Archivkopie nun fremde Inhalte mit sich tragen kann.
Konformitätsstufen
PDF/A-3 kennt drei Stufen:
- PDF/A-3a: maximale Barrierefreiheit, Tagged PDF Pflicht
- PDF/A-3b: visuelle Reproduzierbarkeit
- PDF/A-3u: wie 3b, zusätzlich Unicode-Mapping aller Texte
Für ZUGFeRD ist mindestens PDF/A-3b vorgeschrieben.
Eingebettete Dateien
Eingebettete Dateien werden im PDF über das Element EmbeddedFile und die Beziehung AFRelationship referenziert. Für ZUGFeRD gilt:
- Dateiname:
factur-x.xml AFRelationship:Alternative(das XML ist eine alternative Darstellung des PDF-Inhalts)- MIME-Typ:
application/xml
Zusätzlich werden Metadaten im XMP-Block des Dokuments hinterlegt, die das ZUGFeRD-Profil und die Version angeben.
Pflichtangaben für PDF/A-3
Damit ein PDF die A-3-Konformität erreicht, müssen u. a. folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Alle verwendeten Schriften eingebettet
- Verwendete Farbprofile eingebettet (ICC)
- Keine JavaScript-Aktionen
- Keine externen Referenzen (außer eingebetteten Dateien)
- Keine verschlüsselten Inhalte
- XMP-Metadaten korrekt vorhanden
- Eindeutige
OutputIntent-Definition
Verwendung in der E-Rechnung
In Deutschland ist PDF/A-3 vor allem über ZUGFeRD relevant. Eine reine PDF-Rechnung (auch als PDF/A-3 ohne XML) ist keine E-Rechnung im Sinne des Wachstumschancengesetzes. Erst mit der eingebetteten XML-Datei nach EN 16931 wird daraus eine gültige E-Rechnung.
Häufige Fehler
- Datei ist als PDF/A-2 oder normales PDF gespeichert, obwohl sie ZUGFeRD-konform sein soll.
- Die XML ist eingebettet, aber
AFRelationshipfehlt oder ist falsch (SourcestattAlternative). - Schriften sind nicht eingebettet – der Validator meldet PDF/A-Verstoß.
- XMP-Metadaten fehlen oder enthalten falsche Profil-/Versionsangaben.
- Verschlüsselung oder digitale Signatur verletzt PDF/A-3-Regeln.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Ist jedes PDF/A-3 eine ZUGFeRD-Rechnung?
Nein. PDF/A-3 ist nur die technische Hülle. Erst mit eingebetteter factur-x.xml und korrekten XMP-Metadaten wird daraus eine ZUGFeRD-Rechnung.
Kann ich ein bestehendes PDF in PDF/A-3 umwandeln?
Ja, mit Tools wie ghostscript, veraPDF, dem Adobe Acrobat Pro oder Bibliotheken wie iText/PDFBox. Schriften und Farbprofile müssen dabei eingebettet werden.
Welche PDF/A-Stufe sollte ich wählen?
Für ZUGFeRD: PDF/A-3b. Wenn Barrierefreiheit gefordert ist, PDF/A-3a.
Gibt es einen Validator?
Ja. veraPDF ist die offizielle Open-Source-Implementierung des PDF Association zur PDF/A-Validierung – kostenfrei nutzbar.
Wie groß werden ZUGFeRD-PDFs?
Das XML ist meist nur wenige KB groß. Die Dateigröße bestimmt im Wesentlichen das PDF (Layout, Logos). Typisch sind 50–500 KB pro Rechnung.